Warum Seifenblasen?
Seifenblasen begleiten meine Kunst schon eine ganze Weile. Auf den ersten Blick wirken sie leicht, verspielt und fast kindlich. Doch für mich tragen sie eine tiefere Bedeutung in sich.
Sie stehen für diesen einen kurzen Moment, in dem alles für einen Augenblick still wird. Wenn eine Seifenblase durch die Luft schwebt, entsteht etwas Zartes, Flüchtiges und gleichzeitig Magisches. Man schaut automatisch hin. Man hält kurz inne. Genau dieses Gefühl interessiert mich.
In meinem Alltag — und wahrscheinlich geht es vielen Menschen so — gibt es viele Momente, in denen man einfach funktioniert. Man erledigt Aufgaben, organisiert, denkt voraus, hält vieles zusammen und versucht, allem gerecht zu werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für Ruhe, Leichtigkeit und das eigene Gefühl.
Genau an dieser Stelle entstehen meine Werke.
Die Seifenblase ist für mich ein Symbol für Leichtigkeit. Aber nicht für eine oberflächliche Leichtigkeit, bei der alles immer schön und einfach ist. Sondern für eine innere Leichtigkeit, die entstehen darf, wenn man kurz loslässt. Wenn man nicht alles kontrollieren muss. Wenn man sich selbst wieder spürt.
Sie erinnert mich daran, dass Schönheit oft in kleinen, stillen Momenten liegt. In einem Atemzug. In einem Sonnenstrahl. In einem Gedanken, der plötzlich weicher wird. In diesem kurzen Gefühl von: Es muss gerade nicht alles schwer sein.
Gleichzeitig hat die Seifenblase etwas Zerbrechliches. Sie ist nicht festzuhalten. Sie lässt sich nicht kontrollieren. Genau das macht sie für mich so spannend. Denn in ihr liegt auch die Frage: Kann ich vertrauen, obwohl ich nicht alles in der Hand habe?
Dieses Vertrauen ist ein zentrales Thema meiner Kunst. Vertrauen in sich selbst. In den eigenen Weg. In das Gefühl, dass man sicher ist, auch wenn nicht alles perfekt geplant ist.
Meine Seifenblasen sind deshalb mehr als ein gestalterisches Element. Sie sind kleine Anker. Sie stehen für Hoffnung, Ruhe und den Wunsch, aus dem ständigen Funktionsmodus auszusteigen. Sie laden dazu ein, nach innen zu schauen und sich daran zu erinnern, dass da mehr ist als Aufgaben, Erwartungen und Selbstoptimierung.
Für mich verbinden sie zwei Welten: die Kraft des Alltags und die Sehnsucht nach Leichtigkeit. Das Sichtbare und das Spürbare. Das Funktionieren und das Loslassen.
Vielleicht male ich Seifenblasen, weil sie genau das ausdrücken, was oft schwer in Worte zu fassen ist:
dass wir stark sein können, ohne hart zu werden.
dass wir loslassen dürfen, ohne den Halt zu verlieren.
und dass manchmal ein kleiner Moment reicht, um wieder bei sich selbst anzukommen.
“Touch of Pink” 60×80 als eins meiner ersten Werke. Februar 2025